Vinyasa Level 1

Was ist Vinyasa?


Vinyasa ist ein dynamischer Yogastil, bei dem Asanas (Körperhaltungen) fließend ineinander übergehen und im Einklang mit der Atmung ausgeführt werden. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „auf eine bestimmte Art platziert“ oder angeordnet.


Damit haben wir zwei sehr wichtige Aspekte:
Die Intension oder Zielsetzung
Die Verbindung von einer dynamischen Bewegungsabfolge mit dem Atem


Es ist also eine intelligente, zielgerichtete Abfolge von Ereignissen, die durch den Atem miteinander verbunden sind und durch die Synchronisierung mit dem Atem eine große Kraft bekommen und uns in eine Meditation in Bewegung führen.


Vinyasa verfolgt also eine ganz klare Intension und jede Bewegung, jeder Atemzug sind darauf ausgerichtet. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Vinyasa Klasse und erreicht am Ende das Ziel.


Vinyasa hat seine Wurzeln im traditionellen Ashtanga Yoga nach T.Krishnamacharya, wobei es im Vinyasa Yoga im Unterschied zum Ashtanga keine festgelegten Abfolgen gibt, sondern die Lehrer individuelle und kreative Sequenzen gestalten können.


Hauptunterschied zum Hatha Yoga: Übergänge statt Zwischenentspannung/ Nachspüren.

Ursprung des Vinyasa Yoga

Es hat seinen Ursprung im Ashtanga Yoga:
Nath Tradition (Nath Sampradaya), Shiva, Matsyendranath, Goraknath, Svatmarama (hat Hatha Yoga Pradipika geschrieben) uvm.


Eine hinduistische Einweihungstradition des Shivaismus, die die spirituelle Vervollkommnung unter anderem durch physische Praktiken erreicht.


Das Hatha Yoga beinhaltet Übungen, die
– Den physischen und energetischen Körper reinigen uns stärken
– Energie in Sushumna Nadi lenken


Zu diesen Übungen gehören:
Statische Asanas
Pranayama
Kriya (Reinigungstechniken wie Kapalabhati, Nauli oder Neti)
Mudras (energetische Siegel)
Bandhas (energetische Verschlüsse)
Meditation (Dharana, Dhyana)


Dieser Yoga wurde lange im Verborgenen praktiziert und erst im 20. Jahrhundert durch Tirumalai Krishnamacharya wiederbelebt.


T. Krishnamacharya
war Gelehrter in Yoga, Sanskrit und Ayurveda und wird als Vater des modernen Yoga des 20. Jahrhunderts gesehen. Er lebte in Mysore und wurde, nachdem er den Maharaja geheilt hatte, am Hof engagiert.


Er ergänzte den Yoga mit gymnastischen Übungen, um es für die Soldaten interessanter zu machen. So entstanden dynamische Übungsfolgen, in die Asana, Pranayama, Bandha, Drishti (Blickfokus), Pratyahara (Zurückziehen der Sinne), Dharana (Konzentration) und Dhyana (Meditation) integriert wurden (praktikabel für Grihastas; Haushälter).


Die neue Herausforderung war, dass immer mehr Schüler aus dem Westen kamen und nicht mehr jahrelang bei ihm blieben, sondern nach einem kurzen Zeitraum wieder abreisen mussten. Deshalb entwickelte er eine Methode, die schnell zu erlernen war. So wurde der Ashtanga Yoga mit seinen festen Asana Serien, in denen alles genau vorgegeben ist, geboren.


T. Krishnamacharya hatte zwei bedeutende Schüler:
K.S. Patthabi Jois und B.K.S. Iyengar


Daraus entwickelten sich zwei Strömungen:
1. Statisches Yoga mit Hilfsmitteln von B.K.S. Iyengar
2. Ashtanga Vinyasa von K.S. Pattabhi Jois
Er blieb beim dynamischen Yoga und der Koordination von Atem und Bewegung.


Zwei bedeutende Schüler von P. Jois sind Sharon Gannon und David Life, die in den 1980er Jahren in New York Jivamukti Yoga gründeten. Sie waren die ersten, die die Ashtanga Serie kreativ gestalteten und mit moderner Musik kombinierten.


1999 lernte Patrick Broome aus Deutschland in New York bei den beiden Jivamukti Yoga und eröffnete 2003 das erste Jivamukti Yoga Studio in Deutschland.


Auch andere Schüler von P. Jois kamen in den Westen zurück und etablierten eigene Versionen von Vinyasa. So gibt es heute zahlreiche Vinyasa Schulen die sich mehr oder weniger stark an der Ashtanga Serie und/oder dem Chakra-System orientieren.