Vinyasa Level 1

Prana, Kundalini und Nadis im Yogaunterricht

Yoga ist eine energetische und geistige Praxis.

Für die Arbeit mit den Chakren musst Du zuerst eine ganz wichtige Sache verstehen:

Chakras sind feinstofflich. Deshalb erreichen wir sie am besten über unsere Aufmerksamkeit. Denn wo unsere Aufmerksamkeit ist, dort fließt die Energie hin. Das ist auch der Grund, warum wir am Anfang der Yogastunde die Intension setzen.

Asanas wirken nicht direkt auf die Chakren, sondern öffnen den Raum, in dem sich die Chakren befinden, für den Atem. So können wir über den Atem die Aufmerksamkeit in die Chakren lenken.

Deine TeilnehmerInnen bringen ihre Aufmerksamkeit und damit die Energie in die Chakren, wo die kosmische Intelligenz dann alles so arrangiert, dass es in Richtung Zielerfüllung (Intension) gerichtet wird.

Es ist wichtig die SchülerInnen zu einer achtsamen Praxis anzuleiten, die frei von Ehrgeiz ist. Denn der Raum kann sich nicht öffnen, wenn man seinen Körper zieht und zwängt.

Aus diesem Grund bin ich auch ein Fan davon alle zur Verfügung stehenden
Hilfsmittel
zu verwenden. Das kann Deinen SchülerInnen eine besonders tiefe Erfahrung schenken.

Es geht also um den Atem und die Aufmerksamkeit. Das ist das Allerwichtigste.

Das Energiesystem


Manifestation
passiert vom Feinen ins Grobe oder bildlich gesprochen von oben nach unten. Die Seele tritt einige Zeit vor der Geburt über das Kronenchakra in den Körper ein und erlebt dann ein Leben in einem grobstofflichen Körper.

Dieser Weg von oben nach unten führt durch die Chakren und Sushumna Nadi, den wichtigsten Energiekanal für die Yogis.


Spirituelle Evolution
geschieht energetisch betrachtet von unten nach oben, wenn die Energie durch Sushumna Nadi wieder nach oben steigt und sich im Kronenchakra mit dem kosmischen Bewusstsein rückverbindet (Yoga heißt auch Verbindung).

Im Laufe unseres Lebens ist es so, dass unsere Lebensenergie, auch Prana genannt, meistens entweder im linken (Ida) oder rechten (Pingala) Energiekanal fließt. Wie Du dem Bild entnehmen kannst, führen beide ins Nichts, bzw. ins Ego.

Je nach dem, in welchem Energiekanal Du gerade unterwegs bist, bist Du gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft, läuft Dein Nervensystem auf Aktivität oder Regeneration und Dein Geist ist nach Außen oder innen gerichtet.

Solange der Wechsel der Nadis in Balance ist, sind wir gesund und in dem Moment, in dem der Wechsel von einem auf den anderen Energiekanal stattfindet, haben wir die Chance, im Hier und Jetzt anzukommen – in
Sushumna Nadi.

Sollten wir energetisch aus dem Gleichgewicht gekommen sein (und das ist bei sehr vielen Menschen in unserer Gesellschaft der Fall), können wir das durch Asanas und Pranayama – besonders durch die Wechselatmung und ihre verwandten Übungen – wieder herstellen, um die Energie dann in Sushumna Nadi zu lenken.

Dieses Eintreten und Aufsteigen der Energie in Sushumna Nadi ist der Beginn unserer spirituellen Entwicklung und wird Aufstieg oder Erwachen der
Kundalini
-Energie genannt. Es geschieht, wenn die Energie in Balance und das Energiesystem des Menschen bereit ist.


Dies ist der Fall, wenn es weitestgehend von Blockaden befreit ist und die Energiekanäle so gestärkt sind, dass sie eine größere Menge Energie aufnehmen und transportieren können.


Asanas, Pranayama, Kriyas, yogische Ernährung, Meditation und Mantra Wiederholung dienen dieser Reinigung. Besonders wirkungsvoll sind die Wechselatmung und Mantrameditation.


Energie, die durch Sushumna Nadi absteigt und manifestiert wird Shakti genannt. Steigt dieselbe Energie durch Sushumna Nadi auf, nennen wir sie Kundalini.


Kundalini ist also Lebensenergie, die durch Sushumna Nadi aufsteigt. Sie ist göttliche oder kosmische Intelligenz, die durch die weiblichen Gottheiten im Hinduismus dargestellt wird. Sie ist eine mütterliche Energie, die immer unser Bestes im Sinn hat.


In der Vinyasa Stunde bringen wir das Energiesystem in Harmonie und Balance und lenken die Energie mit Hilfe der Aufmerksamkeit und Atemlenkung durch die Chakren nach oben.


Am Ende der Yogastunde, also im Moment der Endentspannung, fließt die Energie harmonisch durch Sushumna Nadi, was den Zustand von Gedankenlosigkeit und spontaner Meditation hervorruft. Deshalb ist der kurze Moment des in Stille Sitzens nach Shavasana auch so wichtig.


Wenn dieser Zustand regelmäßig erfahren und bewusst wahrgenommen wird, können sich die TeilnehmerInnen irgendwann im Alltag daran erinnern und bei Bedarf spontan in ihn eintreten, was wichtig für ein bewusstes Leben ist.